Deutscher Wachtelhund North America, Inc

DWNA Breeding Regulations (Deutsche)

Zuchtbestimmungen des Vereins für Deutsche Wachtelhunde e.V.

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung 3

Zuchtordnung (ZO-DW) 5

Zuchtbuchordnung (ZBO-DW) 11

Ordnungsbestimmungen 17

Gebührenordnung 19

Anlage: Ablaufschema Zucht 21

Standard Deutscher Wachtelhund 23

VDH-Mindestanforderungen an die Haltung von Hunden 27

Notizen 32

Vorbemerkung

Zuchtbestimmungen des Vereins für Deutsche Wachtelhunde (VDW)

Der Verein für Deutsche Wachtelhunde e.V. gegr. 1903 (VDW) hat sich zur Aufgabe gemacht, den Deutschen Wachtelhund in der Bundesrepublik Deutschland in Reinzucht zu erhalten und zu fördern.

Als Stammverein der Rasse erstellt und überwacht er den Standard Deutscher Wachtelhund und hinterlegt ihn über den VDH (Deutscher Zwinger Verein) bei der Federation Cynologiquie Internationale (FCI) - z. Zt. FCI-Standard Nr. 104/12.03.1999/D.

Der Verein „Deutscher Wachtelhund North America, Inc“  (nachfolgend DWNA) wurde 2007 in Wisconsin, USA gegründet. Der DWNA hat die Zuchtbestimmungen des VDW übernommen und stellt diese Regelungen für den Deutschen Wachtelhund in Nordamerika zur Verfügung.

Zuchtziel ist die Erhaltung und Förderung der jagdlichen Anlagen als feinnasiger, spurlauter, spurwilliger und spursicherer sowie wild- und raubzeugscharfer, bring- und wasserfreudiger Stöber - und Waldgebrauchshund.

Grundlagen hierfür sind ein funktionsgerechter, ansprechender Körperbau, robuste Gesundheit und ein ausgeglichenes Wesen.

Falls vom DWNA erbliche Defekte und Krankheiten erkannt werden, wird dieses sehr ernsthaft geprüft und bewertet, bei einem schwerwiegend betroffenen Hund soll dessen Fortpflanzung verhindert werden, um die Gesundheit der Rasse zu erhalten.

Tierschutzrechtliche Bestimmungen werden beachtet. Das Internationale Zuchtreglement der FCI, die Zuchtordnung des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) und die Mindesthaltungsbedingungen nachdem Tierschutzgesetz sind für alle Mitglieder des VDW verbindlich.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben gibt sich der Verein die folgenden Zuchtbestimmungen; gegliedert in Zuchtordnung (ZO-DW) Zuchtbuchordnung (ZBO-DW) und Ordnungsbestimmungen.

Zuchtordnung (ZO-DW)

1. Zuchtgrundsätze

1.1  Die Rasse “Deutscher Wachtelhund” wurde mit einer zahlenmäßig geringen Ausgangs Population begründet. Um Schäden durch Verengung der Zucht (sog. Inzuchtdepressionen) zu vermeiden, gilt als oberster Zuchtgrundsatz, die genetische Vielfalt in der Rasse zu erhalten.

1.2  Der Deutsche Wachtelhund wird in zwei Stämmen, den Braunen und den Braunschimmeln, getrennt gezüchtet. 

Verbindungen zwischen Hunden der beiden Stämme sind nur ausnahmsweise zulässig. Die Zustimmung der Zuchtleiter im Einvernehmen mit dem zuständigen Landesgruppenzuchtwart erteilt. Einfarbig rote Hunde sind den Braunen, Rotschimmel den Braunschimmeln zuzuordnen. Aus braunen Eltern fallende Schecken, Brauntiger oder Braunschimmel werden den Braunschimmeln zugeordnet.

2. Zuchtberatung

2.1 Zuchtleiter, Zuchtbuchführer und Landesgruppenzuchtwarte stehen allen Züchtern und Mitgliedern des Vereins zur Beratung in Zuchtangelegenheiten zur Verfügung.

2.2 Rechtzeitig vor einem Deckakt soll der Züchter ein Beratungsgespräch mit dem Zuchtwart seiner Landesgruppeführen. Der Zuchtwart berät den Züchter und gibt ihm die aktuellen Werte der Zuchtwertschätzung ins besonders HD/ ED (Ellenbogendysplasie)-Werte, Stand der Deckmarken der Rüden (hier Rücksprache mit Landesgruppenzuchtwart in der der Rüde steht) bekannt. Die letzte Entscheidung bei der Wahl des Zuchtrüden hat der Züchter.

3. Zuchtwertschätzung

Der VDW bedient sich zur Speicherung aller Prüfungsbewertungen, Leistungsnachweise und Untersuchungsergebnisse der EDV.  Auswertungen dieser umfangreichen Datenbank dienen der Nachzuchtkontrolle und ermöglichen als rechnergestütztes Verfahren für eine Anzahl ausgewählter, zuchtrelevanter Merkmale(z.B. Anlagenfächer und HD-Werte) die sog. Zuchtwertschätzung. Hierbei verdichten sich unter Einbeziehung der gesamten Verwandtschaft die gespeicherten Daten zu einer Zuchtwertzahl. Die Zuchtwertschätzung wird für alle, nach dieser ZO zuchttauglichen Hunde, jährlich zweimal, nach Speicherung der Frühjahrs- und Herbstprüfungsergebnisse, durchgeführt und den Zuchtwarten als Beratungsunterlagezugeleitet.

4. Zuchtzulassung

4.1 Zur Zucht zugelassen sind Deutsche Wachtelhunde, die

4.1.1 im Zuchtbuch für Deutsche Wachtelhunde oder in einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch in einem anderen Land eingetragen sind und für die eine Ahnentafel ausgegeben wurde.

4.1.2 gesund und wesensfest sind und keine Fehler i. S. der Ziff 5 ZO-DW aufweisen.

4.1.3 dem Standard entsprechen (wie beim FCI hinterlegt) und bei der Formwertbeurteilung durch einen Formwertrichter (Formwertrichter werden in der Richterliste des VDW gesondert aufgelistet) mindestens mit Note "Gut" bewertet wurden. Der Rassestandard ist Anlage dieser ZO.

4.1.4 einmal in den Anlagefächern Nase, Spurlaut, Spurwillen, Spursicherheit und Stöbern mindestens die Note 5 (Gut), in der Wasserfreude/Wasserarbeit die Note 2 (Genügend) und in der Schussfestigkeit die Note 8 (schussfest) erhalten haben. 

Zur Zucht zugelassen sind nur Hunde mit den oben genannten Zuchtnoten in den Anlagefächern und mindestens einer bestandenen DW-Prüfung. Hunde, die bei einer Prüfung in der “Schussfestigkeit Wald” die Note 4 und schlechter oder bei “Schussfestigkeit Wasser” die Note 1 oder 0 erhalten haben, sind von der Zucht ausgeschlossen. Beide Zuchtpartner müssen bei Zuchtverwendung nach vollendetem 36. Lebensmonat zusätzlich zu vorstehenden Mindestnoten in den Anlagefächern wenigstens eine Verbandsprüfung (EP, EPB, GP, VSwP, Vbr, Btr, VPS) mit Erfolg abgelegt haben oder ein Leistungszeichen laut Teil V §§ 71, 72, 73 und 74 PO-VDW (Härte, natürliche Schweißfährte, Weitjager, Schwarzwild) erworben haben. Zuchtleiter an den Zuchtausschuss zu richten.

4.1.5 DW sind für die Zucht klassifiziert nach Eingang einer unbedenklichen OFA\VDW-Hüftgelenks- und Ellenbogen-Bestätigung auf Grundlage einer Röntgenuntersuchung bezüglich Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie.

Nicht zugelassen sind Hunde mit mittlerer und schwerer HD (HD-Bestimmungen nach VDH-Vorschrift) HD-C oder einer einfachen Ellenbogendysplasie (ED),  normale Ellenbogen (ED). Die Auswertung und Archivierung der Röntgenaufnahmen erfolgt zentral durch einen vom Verein im Einvernehmen mit dem VDH-Zuchtausschuss bestellten HD-Auswerter.   

Verein bestellt. Für das Verfahren im Falle des Antrags auf ein Obergutachten sind die Vorschriften der VDH-Zuchtordnung verbindlich. Zur Eindämmung des HD-Risikos bedient sich der VDW einer anerkannten Zuchtwertschätzung.   

HD-Durchschnittszuchtwert beider Eltern bei Braunen: höchstens 105/ bei Braunschimmel: höchstens 100.

Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen möglich; wie bei 4.1.4

Vorschriften für die HD und ED Begutachtung:
  • Das vorgeschriebene Huftuntersuchungsformular mit Anleitung kann ausgedruckt werden vom "Hinweise zur HD-Untersuchung". Das benötigte ED Formular mit Anleitung kann ausgedruckt werden vom "Hinweise zur ED Untersuchung". Für jeden Hund ist eine Gebühr von 23 euros vorgeschrieben die vom DWNA getragen wird und der Züchter vergütet anschliessend diesen Betrag an den DWNA in US$. Anleitungen zum Ausfüllen dieser Formulare können am Internet gefunden werden: http://www.deutscherwachtelhund.org/bb/showthread.php?tid=662
  • Die Röntgenaufnahmen sollten in digitalem Format gemacht werden und dann per e-mail nach Deutschland gesendet werden. Der eingetragene Name des Hundes und seine Registrationsnummer muss auf der Aufnahme vermerkt sein.
  • Ihr Tierarzt der die Aufnahmen macht muss sich auf dem Veterinärmedizinisches Dienstleistungszentrum (VetZ) GmbH einschreiben, wir betonen: der Tierarzt muss sich einschreiben! Normalerweise dauert es eine Woche bis die Antwort eintrifft. Anschliessend können die Formulare zusammen mit den numerischen Aufnahmen per e-mail an das Veterinärmedizinisches Dienstleistungszentrum gesendet werden. Die Webadresse ist auf dem Formular vermerkt.
  • Anschliessend muss eine Papierkopie der Formulare und der entsprechenden Ahnentafel an das Veterinärmedizinisches Dienstleistungszentrum an die nachfolgende Adresse gesendet werden:
       Veterinärmedizinisches Dienstleistungszentrum (VetZ) GmbH
       Karl-Wiechert-Allee 74A,
       D-30625 Hannover
       Deutschland

 

4.1.6 Das Mindestalter bei der Zuchtverwendung beträgt 15 Monate. Hündinnen dürfen nach der Vollendung des 8. Lebensjahres (das ist der 8. Geburtstag) nicht mehr belegt werden. Eine Hündin darf jährlich nur einmal zur Zucht verwendet werden.

4.1.7 Eine Begrenzung der Wurfstärke ist mit § 1 des Tierschutzgesetzes nicht zu vereinbaren. Die Verantwortung für die Zucht in einem anerkannten DW-Zwinger liegt allein beim Züchter. Hierzu gehört insbesondere, dass nur gesunde und lebensfähige Welpen aufgezogen werden.

4.1.8 Der Zuchtausschuss hat die Anzahl der Deckakte für Zuchtrüden zahlenmäßig begrenzt. Für zuchttaugliche Rüden werden auf Antrag vom zuständigen Landesgruppenzuchtwart max. 5 Deckmarken ausgegeben, die innerhalb eines Zuchtjahres verbraucht werden können.

Nach Rücksprache mit Zuchtleiter und Landesgruppenzuchtwart können weitere 4 Deckmarken angefordert werden. Sobald Ergebnisse der Nachkommen aus den ersten 5 Deckakten (Anlagenbewertung, Fw, HD und Gesundheit) vorliegen, wird eine Nachzuchtkontrolle durchgeführt.

Nach erfolgreichen 9 Deckakten können vom Zuchtrüdenbesitzer einzelne weitere Deckmarken beantragt werden. Dies bedarf der Absprache Zuchtleiter/Landesgruppenzuchtwarte der geplanten Verbindung.

4.2 Zuchthunde sollen darüber hinaus

4.2.1 zumindest die Eignungsprüfung mit Erfolg abgelegt, sich im Jagdgebrauch bewährt und Leistungszeichen (gem. §§ 71, 72, 73, 74 PO-VDW) erworben haben.

4.2.2 möglichst auch die Gebrauchsprüfung sowie Sonderprüfungen des Jagdgebrauchshundeverbandes wie Vbr, Btr VPS und Verbandsschweißprüfung bestanden haben.

5. Zuchtausschließende Fehler

5.1 Nicht Zucht zugelassen sind Deutsche Wachtelhunde, die mit Krankheiten oder zuchtausschließenden Fehlern behaftet sind. Im einzelnen begründen folgende Krankheiten oder Fehler die Zuchtsperre:

5.1.1 Krankheiten des Nervensystems (z.B. Epilepsie)

5.1.2 Schussempfindlichkeit, starke Geräuschempfindlichkeit

5.1.3 Augenerkrankungen, Augenlidfehler (En- und Ektropium)

5.1.4 chronische Haut- und Haarerkrankungen

5.1.5 Hodenfehler (nur einen Hoden oder Hodenhochstand)

5.1.6 Krankheiten im Knochenbau (z.B. HD, Kniescheibenluxation) erteilen).

5.2 Außerdem sind nicht zur Zucht zugelassen:

5.2.1 Hunde, die auf einer Prüfung als waid laut beurteilt wurden (stören andere Hunde während des Wettkampfes). 

5.2.2 Hunde, die für die Zucht ausdrücklich gesperrt sind oder einem anhängigen Verfahren beim ZBA mit dem Ziel der Zuchtsperre unterliegen.

6. Zuchtsperre

6.1 Deutsche Wachtelhunde, die einen Zuchtfehler gemäß Ziffer 5 (zuchtausschließende Fehler) aufweisen, sind zuchtgesperrt. Der Zuchtsperrvermerk wird in die Ahnentafel eingetragen und veröffentlicht.

6.2 Zuchtsperre kann vom Zuchtausschuss für Hunde ausgesprochen werden, die zuchtausschließende Fehler oder mangelhafte Veranlagung mit mehr als einem Partner vererbt haben; Ziffer 6.1 Satz 2 gilt entsprechend.

7. Meldepflicht für erbkranke Hunde

7.1 Zuchtwarte, Richter und Mitglieder des Vereinsvorstandes und der Landesgruppenvorstände sind verpflichtet, mit Erbkrankheiten behaftete Hunde dem Zuchtleiter und dem Zuchtbuchamt zu melden.

7.2 Außerdem sollte sich jeder Führer eines erbkranken Hundes im Hinblick auf die Zuchtüberwachung zur Meldung verpflichtet fühlen.

7.3 Zur Eindämmung von Erbkrankheiten sollen Meldungen nach Möglichkeit mit tierärztlichen Attesten versehen werden.

8. Inzestzucht

8.1 Verbindungen unter Hunden, die sehr eng miteinander verwandt sind (Inzestzucht), können für eine Zuchtlinie sehr aufschlussreich sein, bedürfen aber sorgsamer Überwachung, um neben positiven auch negative Auswirkungen festzustellen. Unter Inzestzucht werden im Rahmen der Zuchtordnung die Geschwisterpaarung und Paarung Vater auf Tochter oder Sohn auf Mutter verstanden. Normalerweise Geschwisterzucht ist im DWNA verboten. Züchten mit einem Inzuchtfaktor höher als 4.000% ist nicht erlaubt. Der DWNA Zuchtwart wir den Inzuchtfaktor überprüfen und ihn mit dem PED-X Programm errechnen.

8.2 Beabsichtigte Inzestpaarungen sind durch den Züchter über den zuständigen Ldgr. Zuchtwart beim Zuchtleiter rechtzeitig zu beantragen. Anzugeben ist der Zweck der Inzestpaarung. Der Zuchtleiter kann die beabsichtigte Paarung ablehnen.

8.3 Jeder Züchter einer Inzestpaarung hat zu veranlassen, dass der gesamte Wurf im Alter von mindestens einem Jahr zur Beurteilung der körperlichen Form und Entwicklung, der wesensmäßigen Veranlagung und etwaiger Erbfehler vorgestellt wird. Hierüber ist durch den zuständigen Zuchtwart ein Bericht zu fertigen und dem Zuchtleiter zuzuleiten.

8.4 Hunde aus nicht genehmigten Inzestpaarungen erhalten anstelle der Ahnentafel zunächst nur Abstammungsausweise und gelten als vorläufig zuchtgesperrt. Für Hunde aus solchen Paarungen gilt Ziffer 8.3 entsprechend mit der Folge, dass die Welpen nach der Vorstellung auf einer Jugendprüfung Ahnentafeln erhalten und die Zuchtsperre aufgehoben werden kann.

9. Ausnahmegenehmigung

Der Zuchtausschuss kann bei Hunden, die mit geringen Zuchtmängeln (nach 4.1.4; 4.1.5; 5.1.7) behaftet sind Ausnahmegenehmigungen zur Zucht erteilen. Der Antrag auf Zuchterlaubnis ist durch den Züchter rechtzeitig(mindestens 4 Wochen) vor der beabsichtigten Paarung über den Zuchtleiter an den Zuchtausschuss zu stellen.

10. Überwachung der Zucht

10.1 Organe der Zuchtüberwachung sind:

der Zuchtleiter

der Zuchtbuchführer (= Zuchtbuchamt)

der Zuchtausschuss (gem. § 15 der Vereinssatzung)

die Zuchtwarte

10.2 Der Zuchtleiter

10.2.1 Der Zuchtleiter überwacht und lenkt die Zucht überregional. Hierzu gehört vor allem die Organisation, Verwaltung und Auswertung der EDV des VDW.

10.2.2 Seine Aufgaben bestehen darin, die von den Landesgruppen zu wählenden Zuchtwarte auszubilden zu prüfen (Prüfungsbestimmungen für Zuchtwarte werden im Verein nach VDH-Richtlinien festgelegt) und weiterzubilden, sie bei ihrer Tätigkeit zu beraten und so für einheitliche Anwendung der Zuchtbestimmungen zu sorgen.

10.2.3 Er kann ggfs. Zuchtversuche anregen und überwachen. Weiterhin hält er Verbindung zu Institutionen und Personen, die sich wissenschaftlich mit der Hundezucht befassen.

10.2.4 Er leitet den Zuchtausschuss

10.3 Der Zuchtbuchführer

10.3.1 Der Zuchtbuchführer ist für die buchmäßige Überwachung der Zucht verantwortlich. Er trifft Entscheidungen über die Zuchtzulassung (Ziffer 4 ZO-DW).

10.3.2 Der Wohnsitz des Zuchtbuchführers ist gleichzeitig Sitz des Zuchtbuchamtes.

10.4 Der Zuchtausschuss (gemäß Artikel V der DWNA Vereins-Charta).

10.4.1 Der Zuchtausschuss ist Beratungskörper für alle die Zucht betreffenden Fragen, er kann einen verkleinerten Arbeitsausschuss (“Kleinen Zuchtausschuss”) für besondere Aufgaben berufen.

10.4.2 Er überwacht die Einhaltung der Zuchtbestimmungen und entscheidet über Maßnahmen aufgrund der Auswertung der EDV, insbesondere hinsichtlich der Zuchtwertschätzung.

10.4.3 Der Zuchtausschuss entscheidet letztlich in einem Einspruchsverfahren (Ziffer 3 der Ordnungsbestimmungen).

10.5 Die Zuchtwarte

Mit Inkrafttreten dieser ZO-DW können zu Zuchtwarten nur Mitglieder des VDW gewählt werden, die neben der Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen zur Hundehaltung über Grundkenntnisse im Zuchtwesen und in der Vererbungslehre sowie züchterische Erfahrung durch mind. 3 selbst gezüchtete Würfe verfügen.

10.5.1 Die Zuchtwarte sind unmittelbare Ansprechpartner und Berater der Mitglieder in Zuchtangelegenheiten. Sie überwachen die Zucht und die Einhaltung der Zuchtbestimmungen in den Landesgruppen.

10.5.2 Dies geschieht durch:

10.5.2.1 Sammlung und Auswertung zuchtrelevanter Informationen aus Praxis und EDV für die Zuchtvorgänge in der Landesgruppe.

10.5.2.2 Beratungsgespräche i. S. Ziff. 2.2 ZO-DW; Abnahme der Zuchtstätte gem. 3.5 ZBO-DW

10.5.2.3 Ausgabe von Deckscheinen und Deckmarken

10.5.2.4 Abnahme der Würfe und Tätowierung der Welpen

10.5.2.5 Bericht über die Wurfabnahme an das Zuchtbuchamt

10.5.2.6 Bericht über Zuchtvorgänge in der Landesgruppe

10.5.2.7 sofortige Meldung an Zuchtleiter/Zuchtbuchamt von beabsichtigten oder vollzogenen Verstößen gegen die ZO.

10.5.3 Die Zuchtwarte haben, insbesondere in der EDV nicht erfasste, erkannte durchschnittlich schlechte Anlagen eines Wurfes und/oder festgestellte oder vermutete Erbfehler, die zu einer Zuchtsperre führen können, dem Zuchtleiter/Zuchtbuchamt mitzuteilen. Mit der Erfüllung der unter Ziffer 10.5.2.4 und 10.5.2.5 genannten Aufgaben können die Zuchtwarte in Ausnahmefällen einen anerkannten Richter des VDW.

10.6 Die Organe der Zuchtüberwachung sind berechtigt, Zwingeranlagen und Zuchthunde ohne vorherige

3.3 Verzicht auf einen Zwingernamen

Auf die weitere Benutzung eines Zwingernamens kann jederzeit durch Erklärung gegenüber dem ZBA verzichtet

3.4 Besonderheiten

Der VDH empfiehlt den Schutz des Zwingernamens durch die FCI. Der internationale Zwingerschutz rangiert vor dem nationalen Zwingerschutz und ist vom Züchter über das ZBA formlos beim VDH zu beantragen. Der Schutz des Zwingernamens erlischt beim Tode des Züchters, sofern ein Erbe nicht die Übertragung des Zwingernamens auf sich beantragt. Zwingernamen werden bis zu zehn Jahre nach dem Tode des Züchters nicht an andere Züchter vergeben.  Während dieser Zeit können Erben oder Nachkommen

des Züchters die Übertragung des Zwingernamens noch beantragen. Ein Züchter kann mit schriftlicher Erklärung seinen Zwingernamen einem anderen Vereinsmitglied übertragen.

3.5 Geltung des Zwingernamens

Einen für eine andere Rasse bereits geschützte Zwingernamen kann der Inhaber schützen lassen, wenn der Name nicht bereits für einen anderen Züchter vergeben wurde. Der Züchter verpflichtet sich mit der Beantragung des Zwingernamens alle von ihm gezüchteten Wachtelhunde ausnahmslos zur Eintragung anzumelden, sowie rassereine DW nicht zu Kreuzungen mit anderen Rassen zu verwenden. Die Zucht von Hunden einer vom VDH nicht betreuten Rasse ist verboten und kann unbeschadet disziplinarrechtlicher Maßnahmen mit Zuchtverbot belegt werden.

Vor der Übersendung der Zwingerschutzbestätigung, bei Wohnungswechsel und nach Zuchtpausen von mehr als drei Jahren sind die Haltungs- und voraussichtlichen Aufzuchtsbedingungen durch den zuständigen Zuchtwart auf dem entsprechenden Formblatt des VDW zu bestätigen.

Die Züchter sind verpflichtet zur Vermeidung von Rechtsnachteilen jede Namens- und Anschriftenänderung dem ZBA unverzüglich mitzuteilen.

3.6 Liste der Zwingernamen

Das ZBA führt die Liste der geschützten Zwingernamen.

4. Deckbestimmungen

Die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Halter von Zuchtrüden und -hündinnen sind eingehend in den Zuchtregeln von FCI und VDH beschrieben und gelten für diese unmittelbar. Die Halter sind verpflichtet sich über diese Bestimmungen und ihre Fortgeltung oder Änderung selbständig zu unterrichten. Verstöße dagegen können mit Zuchtverbot belegt werden.  Die Halter von Zuchtrüden und -hündinnen haben in einer gemeinsamen, schriftlichen Erklärung zu bestätigen, dass sie ihrer Unterrichtsverpflichtung nachgekommen sind. Halter im Sinne der Ziffer 4 ist, wer Eigentum oder Besitz an den zur Zucht herangezogenen Rüden/Hündinen hat.

4.1 Pflichten des Deckrüdenhalters

Es dürfen nur Rüden die zur Zucht zugelassen sind verwendet werden. Alle männlichen Zuchthunde müssen ein DNA-Profil haben.

4.1.1 Allgemeines

Vor jedem Deckakt hat sich der Halter des Deckrüden davon zu überzeugen, dass sein Rüde und die zu belegende Hündin die Zuchtvoraussetzungen des VDW erfüllen. Werden im Zusammenhang mit dem Zwingervorgang Vereinbarungen getroffen, die von den Zuchtregeln der Dachverbände FCI und VDH abweichen, so sind diese Abmachungen schriftlich festzuhalten. Die Festsetzung der Deckgebühr und deren Zahlung sind ausschließlich Angelegenheiten zwischen Züchter und Deckrüdenhalter. Zur Vermeidung von Differenzen werden schriftliche Vereinbarungen empfohlen.

4.1.2 Deckbuch

Jeder Halter eines Deckrüden hat ein Deckbuch zu führen. Art und Umfang der Eintragungen sind aus dem VDH-Zwingerbuch, Abt. 1 "Deckrüden", ersichtlich. Besonderes Augenmerk ist auf die Verwendung der Deckmarken zu legen. Angaben über Deckvorgänge, Deckrüden und belegte Hündinnen sind unverzüglich festzuhalten, u.a. auch Zu- und Abgänge mit Angabe der Zuchtbuchnummer, Täto-Nr. (falls abweichend), Farbe, Angaben über die Zuchttauglichkeit und Leistungszeichen, Namen und Anschrift des Halters, Decktage und Wurfergebnisse. Das Deckbuch ist stets auf dem neuesten Stand zu halten. Der zuständige Zuchtwart, der Zuchtleiter und das ZBA haben jederzeit das Recht, das Deckbuch zur Einsicht anzufordern. Das Deckbuch kann auch als PC-Datei angelegt werden.

4.1.3 Deckmeldung

Beabsichtigt ein Hündinnenbesitzer mit seiner Hündin einen Wurf zu ziehen, so muss er bei seinem zuständigen Zuchtwart rechtzeitig vor der Paarung einen Deckschein anfordern. Auf diesem Deckschein bestätigt der Halter des Rüden den Deckakt.

4.1.4 Künstliche Besamung

Die künstliche Besamung ist in Ausnahmefällen möglich. Sie bedarf der Genehmigung durch den Zuchtausschuss. Für das Verfahren gilt Punkt 12 des Zuchtreglements der FCI. Die danach erforderlichen Atteste sind dem ZBA zu übersenden.

4.2 Pflichten des Hündinnenbesitzers

Hündinnen, die im Eigentum oder Besitz von Personen stehen, denen das Zuchtbuch gesperrt ist, dürfen nicht zur Zucht herangezogen werden.

4.2.1 Allgemeines

Vor jedem Deckakt hat sich der Halter einer Hündin davon zu überzeugen, dass seine Hündin und der Deckrüde die Zuchtvoraussetzungen des VDW erfüllen. Alle weiblichen Zuchthunde müssen ein DNA-Profil haben.

4.2.2 Zwingerbuch

Jeder Züchter hat ein Zwingerbuch zu führen. Art und Umfang der Eintragungen, die über die in 4.1.2 aufgezählten Informationen hinausgehen, sind aus dem VDH-Zwingerbuch ersichtlich. Der zuständige Zuchtwart, der Zuchtleiter und das ZBA haben jederzeit das Recht, das Zwingerbuch zu Einsicht anzufordern. Das Zwingerbuch kann auch als PC-Datei angelegt werden.

4.2.3 Mitteilung von Deckakten

Falls Rüdenbesitzer beabsichtigen, ihr Weibchen zu vermehren, müssen sie vor der Paarung den DWNA / Zuchtwart unter Benutzung des DWNA Züchtungsbericht-Formulars informieren. In diesem Formular bestätigt der Besitzer die Zucht des Hundes.

5. Zuchtkontrollen und Wurfabnahmen

5.1 Züchtungsbericht

Der Züchter informiert den DWNA / Zuchtwart vor der Paarung unter Benutzung des Formulars DWNA Züchtungsbericht. In diesem Formular legt der Besitzer die geplante Fortpflanzung seines Weibchen und dem ausgewählten Männchen fest.

5.2 Wurfmeldung

Der Züchter erhält zum voraussichtlichen Wurfdatum vom ZBA einen Wurfschein (Wurfankündigungs-Formular), der nach dem Werfen der Hündin sorgfaltig auszufüllen und dem Zuchtbuchamt unverzüglich vorzulegen ist. Gleichzeitig ist dem zuständigen Zuchtwart eine Durchschrift des Wurfscheins zu übersenden. Dieser Wurfschein muss auch zur Meldung beim Verwerfen oder Leerbleiben der Hündin verwendet werden und ist in jedem Falle dem ZBA zurückzuschicken.

5.2.1. Der BBA sieht ein Welpen-Kontroll-Formular vor, nicht später als 8 Tage nach der Geburt des Welpen. (Kupieren des Schwanzes erfolgt spätestens 5 Tage nach der Geburt und soll nicht mehr als 30 % eingedockt werden.) Das Formular ist von einem Zuchtwart nach Tätowierung der Ohren im Alter von ungefähr 8 Wochen zu vervollständigen.  Tätowierung ist obligatorisch.

5.2.2 Der BBA übersendet das Wurfabnahmeblatt zusammen mit den "Hinweisen für Welpenkäufer" dem Landesgruppenzuchtwart / Züchter.  Der Züchter ergänzt den Namen des Käufers und sendet es zurück an den DWNA-/ Landesgruppenzuchtwart.  Der DWNA Zuchtwart unterschreibt den Eintragungsantrag \ Wurfregistrierung bevor er ihn an das VWD Zuchtbuchamt weiterleitet. Der VWD Zuchtwart und der DWNA Vorsitzende haben die Ahnentafeln zu unterschreiben.

5.2.3. Der BBA/DWNA Zuchtwart schickt den Deckschein/den DWNA Deckschein, den Wurfschein, die Wurfabnahme, den Eintragsantrag, die Ahnentafel der Fähe (mit den HD und ED Auswertungen falls nicht auf der Ahnentafel vermerkt) und den DNS Profilen von beiden  Eltern an das Zuchtbuchamt des VWD zum Registereintrag. Eine Kopie dieses Registereintrages ist dann dem DWNA Zuchtwart zur Archivierung zu übergeben und eine zweite, zusammen mit der Ahnentafel der Fähe, ist dem Züchter zu übergeben. Der DWNA kann Ahentafeln zurückhalten von Welpen deren Welpenkäufer nicht DWNA Mitglieder sind.

 5.3 Vorabnahme

Zahlenmäßig starke Würfe (ab 9 Welpen) sind vom zuständigen Zuchtwart im Alter von ca. 14 Tagen zu besichtigen.  Über die Durchführung der Vorabnahme ist dem Zuchtbuchamt zu berichten.  Ausnahmsweise kann damit auch ein anerkannter Richter des VDW beauftragt werden.

5.4 Mitteilungen an den Deckrüdenbesitzer

Der Züchter hat dem Deckrüdenbesitzer das Ergebnis des Wurfgeschehens innerhalb von drei Tagen bzw. das Leerbleiben der Hündin innerhalb von zwei Wochen nach dem errechneten Wurfdatum formlos mitzuteilen.

5.5 Anmeldung und Eintragung ins Zuchtbuch

Die Züchter sind verpflichtet, alle Würfe zur Eintragung zu melden. Auf der Ahnentafel der Hündin trägt das ZBA Wurftag und Wurfstärke des Wurfes ein. Die Welpen des Wurfes erhalten Eintragungsnamen, die mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnen. Eingetragen werden zunächst die Rüden, dann die Hündinnen. Zur Vermeidung der zu häufig vorkommenden Namen aus dem Anfang des Alphabets beginnt beim VDW seit der Einführung der Zuchtbuchordnung im Jahre 1934 jeder Züchter mit dem Anlautbuchstaben seines Zwingernamens. Darauf folgen alle weiteren Würfe in alphabetischer Reihenfolge.

5.6 Eintragungsnamen

Die Wahl der Namen, unter denen die Welpen eines Wurfes ins Zuchtbuch eingetragen werden, steht dem Züchter zu. Derselbe Name soll vom Züchter nur einmal verwendet werden. Das Geschlecht des Hundes muss aus dem Namen eindeutig zu erkennen sein. Für jeden Hund wird nur ein einziger Name eingetragen. Innerhalb eines Wurfes sollen die Namen einen gewissen Zusammenhang haben und werden zweckmäßigerweise möglichst der gleichen Begriffswelt entnommen. Die Namen sollen nicht mehr als zehn Buchstaben umfassen. Es kann auch eine Reihe von Namen vorgeschlagen werden, aus denen beim ZBA zur Vermeidung zu häufig vorkommender Namen die Auswahl getroffen wird.

Das Zuchtbuchamt ist befugt, ungeeignete Namen abzulehnen, wie auch durch

5.7 Allgemeine Pflichten des Züchters

Der Züchter ist verpflichtet, die Mutterhündin und die Welpen in bestem Ernährungszustand zu halten, gut zu pflegen und artgerecht und hygienisch unterzubringen.  Die Bestimmungen bezüglich dem Kupieren der Rüden(gem. § 6 Nr. 1 Tierschutzgesetz) sind zu beachten.  Die Welpen sind vor der Grundimmunisierung mehrfach, jedoch mindestens dreimal zu entwurmen.  Für alle Welpen hat der Züchter, durch einen internationalen Impfpass, zur Wurfabnahme den Nachweis der erforderlichen Grundimmunisierung (mindestens S, H, L, P) zu erbringen.  Die Abgabe der Welpen ist frühestens am Tag nach der Vollendung der achten Lebenswoche erlaubt.  Eine Veräußerung und/oder Abgabe an Zoogeschäfte oder gewerblichen Hundehandel ist untersagt und wird mit Ausschluss aus dem VDW und Zuchtbuchsperre geahndet.  Zur Ausstellung der Ahnentafel und zur Betreuung der Welpenkäufer durch die Landesgruppen (z.B. Einladung zu Welpenspieltagen, Prüfungen und Zuchtschauen), wie auch zu Erfassung und Bekämpfung erblicher Defekte und Krankheiten, müssen die Züchter mit dem Einverständnis der Käufer deren Namen und Adressen dem ZBA auf dem Eintragungsantrag mitteilen. Wird das Einverständnis verweigert, ist dies ersatzweise mitzuteilen.

5.8 Wurfabnahme

Die Wurfabnahme wird vom zuständigen Zuchtwart frühestens in der achten Lebenswoche mindestens S, H, L, P geimpft - vorgenommen. Die Tätowierung aller Welpen ist Pflicht. Die Welpen werden mit der zugeteilten Zuchtbuchnummer tätowiert. Wird ein Welpe irrtümlich mit einer abweichenden Nummer tätowiert, so ist diese als "Tätowierungsnummer" im Wurfabnahmeblatt zu verzeichnen. Der Zuchtwart erstellt den Wurfabnahmebericht, der alle wesentlichen Angaben zum Wurf enthält, insbesondere alle bei den Welpen feststellbaren Mängeln. Der Wurfabnahmebericht ist vom Zuchtwart an das ZBA zu geben; beim Zuchtwart und beim Züchter verbleiben je eine Durchschrift.

6. Zuchtbuch

Im Zuchtbuch werden nur Hunde eingetragen, deren Abstammung über drei Ahnengenerationen lückenlos in dem von der FCI anerkannten Zuchtbuch des VDW nachgewiesen werden kann.

6.1 Allgemeines

Die Führung des Zuchtbuchs obliegt nach der Satzung des VDW dem Zuchtbuchamt. Das Zuchtbuch ist nach den "Regeln für die einheitlich ausgerichtete Zuchtbuchführung im VDH" zu führen. Im Zuchtbuch werden nur Zuchtmaßnahmen verzeichnet, die der Zucht- und Wurfkontrolle des VDW unterlagen. Das Zuchtbuch des VDW wird jedes Jahr in gedruckter Form herausgegeben. Züchter, die in diesem Jahr einen Wurf hatten, sind zur Abnahme eines Zuchtbuchs verpflichtet. Das Zuchtbuch ist den Züchtern und Mitgliedern des VDW stets zugänglich, dem VDH wird es auf Anforderung vorgelegt.

6.2 Eintragungen in das Zuchtbuch

6.2.1 Inhalt des Zuchtbuchs

Im Zuchtbuch werden alle Würfe unter Angabe der Zahl der geborenen und der in das Zuchtbuch eingetragenen Welpen aufgeführt. Verzeichnet werden alle erkennbaren Fehler.

6.2.1.1 Aus den Zuchtbüchern anderer Länder, die der FCI angeschlossen sind, können Einzelhunde übernommen werden.

6.2.2 Umfang und Einzelheiten der Eintragungen

Eine Erläuterung des Aufbaus und ein Inhaltsverzeichnis, eine alphabetisch geordnete Liste der eingetragenen Würfe nach geschützten Zwingernamen sowie eine nach ihrem Familiennamen alphabetisch geordnete Liste der Züchter sind den Wurfeintragungen vorangestellt, des weiteren ein Verzeichnis der gebräuchlichen Leistungszeichen und Abkürzungen. Eingetragen werden alle nach den Bestimmungen der Zuchtordnung gezogenen

Welpen werden eingetragen mit Zwingername, Geschlecht, Registrationsnummer, Tätowierungsnummer und auch die Färbung des Felles. Im weiteren werden vermerkt die Zuchtbuchnummer, der Zwingername (falls vorhanden der internationale oder nationale Schutz des Zwingernamens), die registrierten Namen der Fähe und des Rüdens, ihre Färbung, ihre bestandenen Prüfungen als auch ihre ED un HD Befunde. Letztlich werden auch eingetragen das Wurfdatum, Die Anzahl von lebenden und tot geborenen Welpen im Wurf, die Anzahl von Welpen für die der Eintrag angefordert wurde, die Namen und Adressen des Züchters und der respektiven Welpenkäufer.

6.2.3 Form der Eintragungen

Die Eintragungen sind so gestaltet, dass im Zuchtbuch eine fortlaufende und lückenlose, nachvollziehbare Abfolge von Zuchtbuchnummern entsteht.

6.2.4 Ahnentafeln

Die als Auszug des Zuchtbuchs ausgestellten Ahnentafeln weisen vier Generationen auf.

(gelöscht)

6.3 Eintragungssperre

Eintragungssperre für Würfe besteht in jedem Falle für:

-        alle Welpen, deren Züchtern das Zuchtbuch gesperrt ist,

-        alle Hunde, die von einem Rüden anderer Rasse oder einem nicht eingetragenen Rüden stammen,

-     alle Hunde, die nicht beim DWNA oder VDW registriert sind,

-        alle Hunde, deren Abstammung nicht zweifelsfrei geklärt ist.

Über die Eintragung von Hunden aus nicht zur Zucht zugelassenen Elterntieren entscheidet der Zuchtausschuss.

6.4 Anerkennung anderer Zuchtbücher

Der VDW erkennt alle Zuchtbücher der Landesverbände der FCI und der VDH-Mitgliedsvereine an.

6.5 Angaben über Hunde mit Zuchtsperre

Der VDW führt einen Anhang zum Zuchtbuch, in dem alle fur die Zucht gesperrten Hunde mit Angabe des Grundes fur die Zuchtsperre eingetragen sind.

7. Stammbaum \ Ahnentafel

Ahnentafel und Hunde gehören zusammen. Die Ahnentafel ist ein Abstammungsnachweis, der vom Zuchtbuchamt ausgestellt wird und mit den Zuchtbucheintragungen identisch ist. Sie ist auch mit den Emblemen der FCI, des VDH und des JGHV versehen. Eintragungen aus den Ahnentafeln der Ahnen können nur bis zur Wurfeintragung der Welpen übernommen werden; nach Wurfeintragungen erworbene Leistungszeichen der Ahnen werden später nicht nachgetragen. Die Ahnentafel ist Urkunde im juristischen Sinn.

7.1 Eigentum der Ahnentafel

Die Ahnentafel bleibt Eigentum des VDW. Das ZBA kann jederzeit die Vorlage oder die Rückgabe der Ahnentafel verlangen. Die Ahnentafel kann vom ZBA bei Zweifeln an der Eintragungsberechtigung eingezogen werden.

7.2 Besitzrecht

Zum Besitz der Ahnentafel des Hundes sind berechtigt: der Eigentümer des Hundes, der Pfandgläubiger (bei Verpfänden oder Pfänden) während der Dauer des Pfandverhältnisses, sein Besitzrecht geht dem des Eigentümers im Range vor, der Mieter einer Hündin während der Dauer der Zuchtmiete, sein Besitzrecht geht dem des Eigentümers vor. Das Recht zum Besitz der Ahnentafel gegenüber dem VDW besteht nur so lange, wie die Pflichten durch den Hundebesitzer erfüllt werden. Der VDW kann die Ahnentafel bis zur Klärung der Ansprüche einziehen.

7.3 Beantragung der Ahnentafeln

Die Ausstellung von Ahnentafeln erfolgt nur auf Antrag, jedoch unverzüglich durch das ZBA des VDW, sobald die Antragsunterlagen vollständig vorliegen und die Eintragungsvoraussetzungen erfüllt sind.

7.4 Auslandsanerkennung (Anerkennung für das Ausland durch den VDH)

Bei Verkauf von Hunden in das Ausland muss fur die Ahnentafel eine Auslandsanerkennung vom VDH ausgestellt werden. Dies kann durch den Züchter oder den Käufer geschehen. Es genügt ein formloser Antrag und die Einsendung der Ahnentafel an den VDH.

7.5 Ungültigkeitserklärung von Ahnentafeln

In Verlust geratene Ahnentafeln müssen fur ungültig erklärt werden. Nach Veröffentlichung des Verlustes in der Wachtelhundzeitung fertigt das ZBA nach sorgfältiger Prüfung des Antrages und der Beweise über den Verlust der "Original- Ahnentafel" eine Zweitschrift gegen Gebühren. Bei Hündinnen werden darauf alle ihre Würfe nachgetragen. Bei nachweislich falschen Angaben zur Zweitschrift kann die neue Ahnentafel für ungültig erklärt werden. Die ausgestellte Ersatz-Ahnentafel trägt den Vermerk "Zweitschrift".

7.6 Eigentumswechsel

Jeder Eigentumswechsel eines Hundes muss auf der Ahnentafel mit Ort und Datum des Übergangs vermerkt werden. Die Eintragung des Vermerks muss durch den Voreigentümer mit seiner Unterschrift bestätigt werden.

Dem ZBA ist der Eigentumswechsel unverzüglich anzuzeigen. Bei Verkauf eines Hundes ist die Ahnentafel dem neuen Besitzer ohne jede Nachzahlung auszuhändigen.

8. Zuchtgebühren

Die Eintragungsgebühren sind in der Gebührenordnung des VDW festgesetzt. Säumniszuschläge werden automatisch bei verspätetem Eingang des Deckscheines und des Wurfscheines erhoben.

Ordnungsbestimmungen

1.  Verstöße gegen die Zuchtordnung

1.1 Bei Verstößen gegen die Bestimmungen über die Zucht der beiden Farbstämme gem. Ziffer 1.2 der ZO werden für die Welpen lediglich Abstammungsausweise ausgegeben. Über die Ausgabe der Ahnentafeln entscheidet der Zuchtbuchführer (ZBA).

1.2 Für Hunde aus Paarungen, die von ihren Anlagen her nicht den Anforderungen gemäß Ziffer 4 (Zuchtzulassung) und Ziffer 5 (Zuchtausschließende Fehler) der ZO entsprechen, kann die Eintragung ins Zuchtbuch versagt werden.

1.3 Werden solche Hunde in das Zuchtbuch eingetragen, so erhalten sie zunächst Abstammungsausweise.

1.4            Ahnentafeln können auf Antrag ausgegeben werden, wenn für Hunde mit Abstammungsausweis der Nachweis der Zuchttauglichkeit gem. Ziffer 4.1.2 bis 4.1.6 der ZO erbracht wird.

2       Einhaltung der Zuchtbestimmungen (ZBO)

2.1 Verstöße

Die Überwachung der Einhaltung der Zuchtbestimmungen obliegt dem Zuchtbuchführer. Darüber hinaus sind die Mitglieder des Zuchtausschusses verpflichtet dem Zuchtbuchamt umgehend von Verstößen gegen die Zuchtbestimmungen Kenntnis zu geben.

2.1.1 Verstösse die mit dauerndem oder begrenztem Zuchtverbot geahndet werden können sind : Unmenschliche Behandlung von Hunden, Verstösse gegen die Zuchtordnung und Nichtbefolgen der Entscheide des BBA, Zucht mit Wachtelhunden die weder VDW noch DWNA jedoch anderswo registriert sind (z.B. UKC AKC, CKC oder mit anderen nicht FCI-anerkannten Organisationen).  Seit Januar 2010 sind Doppelregistrierungen mit einer  nicht FCI-anerkannten Orgsanisation streng verboten.

2.1.2 Ferner wird die Eintragung eines Wurfes von der Zahlung erhöhter Eintragungsgebühren abhängig gemacht werden. Die Eintragung kann auch insgesamt abgelehnt werden.

2.1.3 Neben oder anstelle von Disziplinarmaßnahmen können bei Verstößen gegen diese Ordnung ein zeitlich befristetes oder dauerndes Zuchtverbot oder auch eine zeitlich befristete oder dauernde Zuchtbuchsperre verhängt werden.

2.2 Eine Zuchtsperre ist dann zu verhängen, wenn ordnungsgemäße Haltungs- und Aufzuchtbedingungen nicht gewährleistet sind oder die tierschutzrechtliche "Erlaubnis zum Züchten von Hunden" gem. Tierschutzgesetz fehlt.

2.2.1 Zuchtsperren von einem Jahr sind zu verhängen, wenn grob fahrlässig oder arglistig gegen wichtige Zuchtregeln verstoßen und/oder der Grundsatz zur planmäßigen Zucht erbgesunder, wesensfester Rassehunde verletzt wurde. Bei Verhängung einer nur zeitlich befristeten Zuchtsperre bzw. Zuchtbuchsperre beginnt die Frist mit der Rechtskraft der Entscheidung. Eine vorläufige Sperre ist möglich. In die Frist wird die Zeit einer wegen der Vorwürfe angeordneten vorläufigen Sperre eingerechnet. Zuchtsperren sind in jedem Fall im Mitteilungsblatt des Vereins zu veröffentlichen.

3       Einspruchsrecht

Den berechtigten Beteiligten steht gegen Entscheidungen des Zuchtleiters/Zuchtbuchführers ein Einspruchsrecht zu. Berechtigte Beteiligte sind Züchter und solche Besitzer Deutscher Wachtelhunde, die Mitglieder des VDW sind. Der Einspruch ist schriftlich mit Antrag und Begründung innerhalb von vier Wochen nach Bekanntwerden des Einspruchgrundes dem Zuchtleiter/Zuchtbuchführer vorzulegen. Helfen diese Vereinsorgane im Rahmen ihrer Entscheidungsbefugnis dem Einspruch nicht ab, so haben sie den Einspruch an den Zuchtausschuss weiterzuleiten. Über einen Einspruch soll innerhalb von drei Monaten entschieden werden. Für die Bearbeitung des Einspruchs wird eine Bearbeitungsgebühr und eine Verfallgebühr erhoben. Der Zuchtausschuss entscheidet endgültig.

4.   Verschiedenes

Auch Nichtmitglieder des VDW sind an diese Zuchtbestimmungen gebunden, wenn die von ihnen gezüchteten Welpen in das Zuchtbuch des VDW eingetragen werden sollen.

Schlussbestimmungen

Mitglieder sind verpflichtet, sich über Inhalt und Änderungen der Zuchtbestimmungen selbständig zu unterrichten.

Zuchtbuchamt für Deutsche Wachtelhunde

Gebührenordnung gültig ab 1. Januar 2002

Art der Gebühr VDW Mitglieder Nichtmitglieder

Euro Euro

Schutz eines Zwingernamens 55,- 110,-

Übertragung eines Zwingernamens 55,- 110,-

Wurfeintragung 1 bis 6 Welpen 30,- 160,-

< Eintragungszuschlag für starke Würfe >

- der 7. Welpe 15,- 130,-

- der 8. Welpe 20,- 140,-

- der 9. Welpe 30,- 160,-

- der 10. Welpe 40,- 180,-

- ab 11. Welpe 50,- 100,-

Abstammungsausweis je Welpe 15,- 130,-

Zuschlag bei Verstoß gegen die Zuchtordnung je Elternteil 55,- 110,-

Zweitausfertigung einer Ahnentafel 25,- 150,-

Vormerkung von Zuchtrechtsvorbehalt 10,- 120,-

Bearbeitungs- und Verfallgebühr für einen Einspruch 75,- 100,-

gem. Zuchtordnung

Wurfabnahmegebühr (wird in jedem Fall erhoben) 55,- 110,-

Vorabnahme bei Würfen mit mehr als 8 Welpen 30,- 160,-

Zuchtbuch Gestehungskosten Gestehungskosten

Frühere Jahrgänge des ZB-DW Nach Anfrage Nach Anfrage

Säumungszuschläge bei Terminüberschreitung

je Säumnis 55,- 110,-

Schreib- und Postgebühren 3,- pro Welpe 6,- pro Welpe

+ 12,- je Wurf + 24,- je Wurf

+ Zuchtbuch + Zuchtbuch

Vom Zuchtbuchamt für DW eingetragen und mit amtlichem Abstammungsausweis je Welpe ausgestattet kann jeder DW-Wurf werden, dessen beide Eltern eingetragen und nach der Zuchtordnung als zuchttauglich anzusehen sind. Es können nur ganze Würfe eingetragen werden, die stets vollzählig anzumelden sind. Das Verschweigen am Leben gebliebener Welpen kann die Sperrung des Zuchtbuches für den Züchter nach sich ziehen.

ÄItere, bisher nicht angemeldete Hunde erhalten die nachträgliche Eintragung nur, wenn ihre noch lebenden Wurfgeschwister zugleich eingetragen werden.

Züchter haben beim Zuchtbuchamt für Deutsche Wachtelhunde ZBA-DW den Schutz eines Zwingernamens zu beantragen, soweit nicht nur ein Wurf gezogen werden soll.

  Züchter erbitten Zuchtgenehmigung beim DWNA- / Landesgruppenzuchtwart durch Eingabe des Formulars DWAN Züchtungsbericht. Der BBA stimmt dem zu oder empfiehlt eine alternative Zucht und sendet das Formular DWAN Züchtungsbericht zusammen mit dem Wurfschein (Wurfankündigungs-Formular) zurück an den Züchter.

- Rüdenbesitzer rechtzeitig verständigen (v.a. Deckmarke). Zuchtbestimmungen VDW beachten!

- Ausgefüllten Deckschein im Orginal mit Ahnentafel der Hündin und Mitgliedskarte sofort an das ZBA senden; Durchschrift Deckschein an den Landesgruppenzuchtwart.

- Vom ZBA kommt Wurfschein/Beiblatt Kupieren, spätestens 8 Tage nach Wurf beides ausgefüllt im Original zurück an das ZBA senden, Durchschrift Wurfschein an Landesgruppenzuchtwart. (1. Wurfbuchstabe ist Anlaut des Zwingernamens; innerhalb eines Wurfes Namen in alphabetischer Reihenfolge. Ein Wurf zählt nur dann als solcher wenn tatsächlich mind. 1. Welpe tätowiert wurde). Der Wurfschein ist auch fristgerecht einzusenden wenn die Hündin leer bleibt.

- Vom ZBA werden aufgrund der Angaben des Züchters Zuchtbuchnummern und Namen zugeordnet. Diese werden in der EDV abgespeichert, Ahnentafeln werden bereits vorbereitet (deshalb ist ab hier keine Namensänderung mehr möglich).

• Das Wurfabnahmeblatt wird vom ZBA zusammen mit den “Hinweisen für Welpenkäufer” an die Landesgruppenzuchtwarte gesandt. Die Wurfabnahme erfolgt ab der 8. Woche; bei starken Würfen über 8 Welpen erfolgt eine Vorabnahme bis zum Alter von ca. 14 Tagen

Der Landesgruppenzuchtwart sendet das Wurfabnahmeblatt unverzüglich zurück an das ZBA. Vorgegebene Nummern und Namen sind einzuhalten, eingegangene

Welpen werden freigelassen!

• Aufgrund dieser Angaben wird vom ZBA der Eintragungsantrag mit Gebührenrechnung erstellt und an den Züchter gesandt.

• Nach Eingang der Gebühren und des ausgefüllten Eintragungsantrages werden die Ahnentafeln erstellt.

• Ahnentafeln, Archivkopie des Wurfes, Beiblatt Ahnentafeln werden zusammen mit der Ahnentafel der Zuchthündin zurück an den Züchter gesandt.

Weitere Bestimmungen : Zuchtordnung  und Zuchbuchordnung

Zuchtfolge

Nachfolge der minimalen DWNA Zuchtbestimmungen

Züchter erhalten Information/Ratschläge vom DWNA/Landes Zuchtwart

DWNA Züchter beantragen Zwingernameneintrag an das Zuchtbuchamt

Züchter und Rüdenbesitzer müssen ihre Hunde für Ellenbogen- und Hüftdysplasie bescheinigen

Züchter und Deckrüdenbesitzer müssen die DNA-Profile ihrer Hunde durch den Zuchtwart erstellen lassen

Hundezüchter müssen vom  Landes/DWNA Zuchtwart eine Zuchtbewilligung einholen indem sie dem Zuchtwart den Deckschein/DWNA Zuchtübersichtsformular zusenden.  Züchter und Deckrüdenbesitzer müssen dieses Dokument unterschreiben. Der <BBA>  bewilligt dieses Gesuch oder schlägt eine andere Deckung vor und sendet den Deckschein mit einem Wurfschein/Zuchtübersichtsformular and den Züchter zurück. Der DWNA Zuchtwart errechnet dann den Wurfkonsanguinitätsindex mit dem BreederMate PED-X Programm. Normalerweise Zuchtvorschläge mit einem Wurfkonsanguinitätsindex höher als 4.000% können nicht bewilligt werden.

Standard Deutscher Wachtelhund

Ursprung: Deutschland.

Datum der Puplikation des gültigen Originalstandardes: 24. 07. 1996

Verwendung: Stöberhund; vielseitiger Jagdgebrauchshund

Klassifikation FCI: Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde

Sektion 2 Stöberhunde mit Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Abriss:

Aus der jagdlichen Literatur lässt sich nachweisen, dass es schon seit Jahrhunderten dem heutigen Deutschen Wachtelhund ähnlich aussehende Jagdhunde gegeben hat, die zum Aufstöbern des Wildes verwendet wurden. Auch die Bezeichnung «Wachtelhund» ist historisch zu belegen.

Zur stammbuchmäßigen Zucht der Rasse «Deutscher Wachtelhund» kam es um die Jahrhundertwende.

Stammvater der Rasse war «Lord Augusta 1834 L», der aus Staufenberg (Oberbayern) kam.

Mit einigen dazu passenden Hündinnen begann die Rassereinzucht. Zunächst kamen nur braune (teilw. mit weißen Abzeichen) und weißbraune Hunde, als Besonderheit Ietztere mit kleinen roten Abzeichen an Kopf und Läufen, dem sogenannten«Brand» vor. Durch die Hündin «Baby auf der Schanze 1838 L» kam die Braunschimmelfarbe in die Zucht.

Zucht

 Rudolf Frieß (R.F.), der über Jahrzehnte die Zucht des Deutschen Wachtelhundes maßgeblich beeinflusste, veranlasste die getrennte Zucht in den Farbschlägen Braun und Braunschimmel. Er schuf damit die wesentliche Voraussetzung, trotz der engen Ausgangsbasis der Zucht, durch gezielte Paarungen innerhalb der beiden Schläge Inzuchtschäden zu verhindern. Die Trennung der Farbschläge erschien auch durch die etwas unterschiedliche Veranlagung der Hunde sinnvoll. Braune als Kurzjager, leichter bogenrein zu führen; Braunschimmel als besonders spurwillige Weitjager.

Die unterschiedliche Veranlagung kann heute nicht mehr als zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal der beiden Schläge gelten, da zwischenzeitlich aus verschiedenen Gründen mehrfach Verbindungen beider Schläge vorgenommen wurden.

Generell gilt jedoch die Trennung zur Erhaltung einer nicht mehr miteinander verwandten Blutreserve innerhalb der Rasse heute noch. Der Deutsche Wachtelhund wurde und wird ausschließlich von Jägern für Jäger, als Stöber- und vielseitiger Jagdgebrauchshund gezüchtet.

Allgemeines Erscheinungsbild:

Der Deutsche Wachtelhund ist ein mittelgroßer, langhaariger, sehr muskulöser Stöberhund, mit edlem Kopf und kräftigen Knochen. Insgesamt länger als hoch, keinesfalls hochläufig wirkend.

Wichtige Proportionen:

Verhältnis der Körperlänge zur Widerristhöhe 1,2 : 1

Verhältnis der Brusttiefe zur Widerristhöhe 0,5 : 1

Verhältnis der Länge des Fangs zum Oberkopf 1 : 1

Verhalten/Charakter (Wesen):

Lebhaft und jagdlich sehr passioniert, freundlich und umweltsicher, sehr gelehrig und anpassungsfähig, weder ängstlich noch aggressiv.

Der Deutsche Wachtelhund ist der mit starkem Finderwillen ausgestattete spur-/fährtenwillige und -sichere, zuverlässig spurlaute, feinnasige, bring- und wasserfreudige, wild- und raubzeugscharfe, bei entsprechender Einarbeitung und Führung, selbständig, weiträumig kontrolliert (bogenrein) jagende, zuverlässig auf Schweiß und als Verlorenbringer arbeitende Stöber- und vielseitige Jagdgebrauchshund deckungsreiche, vorwiegend Wald- und Wasserreviere. Die Anlage des Vorstehens wurde bei der Zucht von für

Anbeginn nicht beachtet.

Kopf/Oberkopf:

Schädel: Flach, mäßig breit, kein merklicher Hinterhauptbeinstachel.

Stop: Nur wenig ausgeprägt.

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Groß und dunkel, mit weit geöffneten Nasenlöchern, Pigmentflecken fehlerhaft, Ramsnase ziert den Hund.

Fang: Kräftig mit gleichbleibend breitem Nasenrücken, nach unten leicht abgerundet, keinesfalls spitz, nicht kürzer als der Oberkopf.

Lefzen: Gerade, trocken, straffanliegend, der Haarfarbe entsprechende Pigmentierung.

Kiefer/Zähne: Vollständiges Gebiss mit 42 Zähnen in folgender Anordnung (schematisch von vorne gesehen):

Rechter M P F S S F P M Linker

Oberkiefer 2 4 1 3 3 1 4 2 Oberkiefer

Unterkiefer 3 4 1 3 3 1 4 3 Unterkiefer

Zeichenerklärung vorstehender Zahnformel S = Schneidezähne

F = Fangzähne

P = Prämolaren

M = Molaren

Schneidezähne des Oberkiefers scherenförmig vor denen des Unterkiefers; Zangenbiss wird toleriert; Zähne gut entwickelt, Gebiss kräftig.

Wangen: Trocken, Haut straff anliegend; Jochbögen nicht hervortretend.

Augen: Mittelbraun, möglichst dunkel, mittelgroß etwas schräg eingesetzt, weder hervortretend noch tiefliegend; mit straff anliegenden Lidern ohne sichtbare Nickhaut. Lidrand behaart.

Behang: Hoch und breit angesetzt, flach ohne Drehung dicht hinter dem Auge herabhängend, nicht dick, fleischig oder lappig; mit gleichmäßiger, über den Innenrand reichender Behaarung. Behang erreicht nach vorne gelegt den Nasenschwamm.

Hals:

Kräftig, Nacken besonders gut bemuskelt, stumpfwinklig in den Widerrist übergehend; ohne sichtbare Kehlhaut beginnend und ohne Wamme sich zur Brust erweiternd.

Körper:

Obere Profillinie: In den einzelnen Körperteilen gerade, fließend ineinander übergehend, Kruppe Ieicht abfallend, Rute in Verlängerung der Rückenlinie oder Ieicht abfallend getragen.

Widerrist: Kräftig und ausgeprägt.

Rücken: Kurz und stramm, ohne Einsenkung hinter dem Widerrist.

Lenden: Kräftig bemuskelt, daher breit wirkend.

Kruppe: Leicht abfallend, keinesfalls überbaut, etwas unter Widerristhöhe.

Brust: Von vorne gesehen oval, von der Seite bis unter das Ellenbogengelenk reichend. Rippenkorb lang, gut gewölbt, nicht tonnenförmig oder flach.

Untere Profillinie und Bauch: Von der Ietzten falschen Rippe ab mäßig nach hinten aufgezogen, auch an der Unterseite möglichst vollständg dicht mit Grannen und Unterwolle bedeckt.

Rute:

In Ruhe in Fortsetzung der Rückenlinie gerade oder abwärts getragen; bei Erregung Ieicht angehoben und in Iebhafter Bewegung; um Wundschlagen zu vermeiden, soll sie in den ersten drei Lebenstagen um höchstens ein Drittel gekürzt (kupiert) werden. (ln Ländern, in denen das Rutenkupieren verboten ist, kann sie naturbelassen bleiben).

Gliedmaßen:

Vorderhand:

Allgemeines: Von vorne gesehen gerade und parallel, von der Seite gesehen Läufe gut unter dem Körper senkrecht zur Erde stehend, gute Winkelungen.

Schultern: Kräftig bemuskelt, schräg nach hinten liegendes Schulterblatt.

Oberarm: In der Bewegung eng am Brustkorb entlang gleitend.

Ellenbogen: Eng am Körper anliegend, weder ein- noch auswärts drehend.

Unterarm: Gerade, Verbindungen zu den Gelenken nicht rachitisch aufgetrieben.

Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig.

Vordermittelfuß: Gering nach vorne gerichtet.

Vorderpfoten: Löffelförmig, Zehen eng aneinander liegend, Katzen- oder Hasenpfoten unerwünscht; mit derben, widerstandsfähigen, gut pigmentierten Ballen und kräftigen, sich gut abnutzenden Krallen.

Hinterhand:

Allgemeines: Von der Seite gesehen gute Winkelung in Knie- und Sprunggelenken; von hinten gesehen gerade und parallel, weder faßbeinig noch kuhhessig; starke Knochen.

Oberschenkel: Breit und sehr muskulös, gute Winkelung zwischen Becken und

Oberschenkel.

Knie: Kräftig, mit guter Winkelung zwischen Ober- und Unterschenkel.

Unterschenkel: Lang muskulös und sehnig.

Sprunggelenk: Kräftig.

Hintermittelfuß: Kurz, senkrecht stehend.

Hinterpfoten: Wie Vorderpfoten.

Gangwerk:

Flüssig und raumgreifend; Läufe gleiten gerade und parallel eng am Körper entlang.

Haut:

Derb und straff anliegend, keine Faltenbildung und Pigmentierung.

Haarkleid:

Haar: Kräftiges, dicht anliegendes, meist welliges, gelegentlich auch lockiges (Astrachan) oder glattes Langhaar, mit dichter Unterwolle; nicht zu lang, noch weniger dünn oder gar seidig; im Nacken, am Behang und auf der

Kruppe häufig lockig; Hinterseite der Läufe und die Rute gut befedert; häufig Halskrause (Jabot); auch am Bauch gut behaart; Fang und Oberkopf kurz, aber dicht behaart; den Behang decken Locken oder dichtes gewelltes

Haar, das auch über den Innenrand reicht; die Zehenzwischenräume sind dicht, aber nicht zu Iang behaart.

Farbe:

Der Deutsche Wachtelhund wird in zwei Farbschlägen gezüchtet:

• Einfarbig braun, seltener auch rot*; oft mit weißen oder geschimmelten Abzeichen an Brust und Zehen.

• Braun-, seltener auch Rotschimmel*; als Grundfarbe stehen braune, bzw. rote* Haare mit weißen dicht ge- mischt; oft mit braunem, bzw. rotem* Kopf, sowie Platten, auch Mantel über den ganzen Rücken.

Zu diesem Farbschlag gehören auch Schecken mit weißer Grundfarbe und großen braunen bzw. roten* Platten sowie Tiger, bei denen die weiße Grundfarbe zusätzlich mit braunen bzw. roten* Büscheln gesprenkelt oder getupft ist, auch wenn sie aus einfarbigen Eltem fallen.

In beiden Farbschlägen kommen rote* Abzeichen (Brand) über den Augen, an Fang, Läufen und Waidloch vor. *) Hierzu gehören alle vorkommenden rötlichen (fuchs-, reh- oder hirschroten) Varianten.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe: Rüden: 48 - 54 cm

Hündinnen: 45 - 52 cm

Gewicht: Der Größe entsprechend schwankend, etwa zwischen 18 - 25 kg (Hündinnen etwas leichter als Rüden).

Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. z. B.

• Ausgeprägter Stop

• Zu tiefe, nicht geschlossene Lefzen

• Das Fehlen eines 1. Prämolaren (PM1)

• Nicht straff anliegende Augenlider

• Zu enge Gehörgänge (Disposition für Ohrenzwang)

• Tonnenbrust

• Hochläufig- oder Feingliedrigkeit

• Dünnes, schütteres oder seidiges Haar; gering behaarter Bauch; Lederenden am Behang und Rute.

• Geringe Über- oder Untergrößen und -gewichte.

Schwere Fehler:

• Hautveränderungen (Dermatitis, Atopic)

• Fehlende Zähne (außer Fehlen eines PM 1)

Ausschließende Fehler:

• Wesensschwäche, Schuss- und Wildscheue

• Schwere Gebissfehler (Vor- oder Rückbiss, Kreuzbiss)

• Ektropium, Entropium

• Schwarze Haarfarbe

N.B.:

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

VDH-Mindestanforderungen an die Haltung von Hunden

§ 2 des Tierschutzgesetzes vom 01.06.1998 (BGBI. I S.1106) verlangt, dass: Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1.     muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2       darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3.   muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Diese Selbstverständlichkeiten sind im folgenden konkretisiert in Form von Mindestanforderungen, die an Züchter und an die Haltung und Unterbringung ihrer Zuchthunde und Welpen gestellt werden.

Kontrollorgane sind die Zuchtwarte des jeweiligen Rassehundevereins, die sowohl bei der Zulassung eines Zwingers als auch bei den weiteren Überprüfungen die Gegebenheiten zu kontrollieren haben und Beanstandungen an den Klub-(Haupt)zuchtwart oder Zuchtleiter weiterleiten müssen.

Begriffsbestimmungen:

Welpen: Hunde bis zur 16. Lebenswoche

Zuchthunde: - Hunde im zuchtfähigen Alter (siehe VD-H-Zuchtordnung)

- Junghunde, die noch nicht das zuchtfähige Alter erreicht haben

- Hunde, die das zuchtfähige Alter bereits überschritten haben

Züchter: Eigentümer oder Besitzer (z.B. Zuchtmieter) zuchtfähiger Hunde, der im zuständigen Rassehundeverein einen eingetragenen Zwinger besitzt und mit den in seinem Besitz befindlichen Hunden züchtet.

Zwinger: im Folgenden unter Punkt C. aufgeführte Haltungsformen von Zuchthunden. Die Erlaubnis zum Führen eines Zwingers erteilt der zuständige Rassehundeverein gem. den Richtlinien des VDH unter Vergabe eines geschützten Zwingernamens.

A.              Ernährung

“Angernessene Ernährung" bedeutet, dass sich jeder Züchter über den besonderen Nährstoffbedarf seiner Hunde informieren und der Leistung angepasste Nahrung verabreichen muss. Kenntnisse darüber hat sich jeder Züchter aus entsprechender Fachliteratur anzueignen.

Im übrigen wird darauf hingewiesen, dass sowohl bei der Futterzubereitung, wie auch bei der Aufbewahrung des Futters auf größtmögliche Hygiene zu achten ist.

B. Pflege

Hier muss es deutlicher heißen “rassespezifische” Pflege, denn jede Rasse stellt andere Anforderungen, was die Pflege des Haarkleides und die Aufrechterhaltung des rassetypischen Aussehens anbetrifft. Zur Pflege gehört aber in jedem Fall bei jeder Rasse die regelmäßige Kontrolle

a. des Gebisses auf Zahnsteinbildung,

b. der Haut und des Kotes auf Ungezieferbefall (Endo- und Ektoparasiten),.

c. der Krallenlänge und

d. der Sauberkeit der Ohren und Augen.

Entsprechende Hinweise sind der Fachliteratur zu entnehmen.

Bei Kontrollen eines Zwingers muss vom zuständigen Zuchtwart in jedem Fall geprüft werden, ob je nach Anzahl der gehaltenen Hunde der Besitzer die erforderliche Zeit zur Versorgung und Pflege seiner Hunde besitzt und ob es ihm möglich ist, den gestellten Forderungen nachzukommen.

Ist dies nicht der Fall, können ihm vom Hauptzuchtwart Auflagen erteilt werden.

B.               Verhaltensgerechte Unterbringung und Möglichkeiten zur artgemäßen Bewegung Es sind folgende Haltungsformen, auch in Kombination untereinander möglich:

I. Haltung im Hundehaus, in ausgebauten Scheunen, Stallungen oder Garagen

II. Haltung in offenen oder teilweise offenen Zwingern

III. Haltung im Haus bzw. in der Wohnung

I. Die Haltung von Zuchthunden und die Aufzucht von Welpen ausschließlich in einem Hundehaus, ausgebauter Scheune, Stall oder Garage kann nur unter folgenden Bedingungen zugelassen werden:

1. Das Hundehaus muss wie folgt beschaffen sein:

a. Die Wände und der Boden müssen mit einem wärmedämmenden, leicht zu reinigenden Belag versehen sein. Das Dach muss feuchtigkeitsundurchlässig und alle Räume absolut zugfrei sein.

b. Die Abtrennung von Einzelboxen muss so beschaffen sein, dass sich die Hunde daran nicht verletzen können und ihnen Sichtmöglichkeit nach vorne geboten wird. Irn übrigen müssen die Abtrennungen so hoch sein, dass sie von den Hunden nicht überwunden werden können.

c. Jedem Hund müssen mindestens _____ m2 (Hund mittlerer Größe = 25 - 30 kg braucht mind. 6 m2) zur Verfügung stehen. Für jeden weiteren, in der gleichen Bucht gehaltenen Hund werden _____ m2(mind. 3 m2) mehr gefordert.

d. Jede Bucht sollte direkten Zugang zu einem Auslauf haben, der, selbst wenn nur ein

Hund gehalten wird, mindestens _____ m2 (Vorschlag: 20 m2) sein muss.

e. Das Hundehaus oder die Garage etc. sollte beheizbar sein, wobei eine Temperatur von 18 - 20º C zu erreichen sein muss. In umgebauten Ställen oder Scheunen sollte in jeder Box eine Einzel-Heizquelle angebracht sein. Ist dies nicht möglich siehe Punkt I.1.f. Satz 2.

f. Jedem Hund muss eine wärmegedämmte Liegefläche zur Verfügung gestellt werden. In großen Räumen, die nicht geheizt oder in denen keine Einzel-Wärmequellen angebracht werden können, muss für jeden Hund eine doppelwandige wärmegedämmte, der Größe des Hundes entsprechende Schlafkiste mit Abstand zum Raumboden aufgestellt werden. Die Wärmedämmung ist so auszulegen, dass auch bei niedrigen Temperaturen kein Kondensat in der Behausung der Hunde auftritt.

g. Für tragende, werfende oder/und säugende Hündinnen und deren Würfe ist ein eigener Raum zu schaffen.

Diese Unterbringung muss folgenden Anforderungen genügen:

-        Der Raum darf incl. dem der Hündin zur Verfügung stehenden Platz bei einer durchschnittlichen Welpenzahl von _____ Hunden nicht kleiner sein als _____ m2.

-        Es muss eine Wurfkiste vorhanden sein, die den Erfordernissen einer problemlosen Welpenauf- zucht gerecht wird.

-        An die Wurfkiste muss ein, bezogen auf seine Ausdehnung, der Wurfgröße und Rasse entsprechen der Auslauf angeschlossen sein, der mit einem leicht zu reinigendem, desinfizierbarem Bodenbelag versehen ist.

-        Der Hündin muss genügend Platz und eine Liegefläche zur Verfügung stehen, die von ihr leicht, von den Welpen jedoch nicht erreicht werden kann. Als Liegefläche kann z.B. das Dach der Wurfkiste dienen.

-     Der Wurf- und Aufzuchtraum muss auf ca. 18 - 20° C temperierbar sein; evtl. ist eine zusätzliche Heiz- quelle in Form einer Rotlichtlampe über der Wurfkiste bzw. Heizplatte unter der Wurfkiste erforderlich.

-    Der Raum muss jederzeit sauber, trocken und ungezieferfrei gehalten werden. Er            muss gut zu belüften sein und ausreichend von Tageslicht erhellt werden. Die   Fensterfläche muss mindestens 1/8 der Bodenfläche betragen.

-    Auch dieser Raum sollte möglichst direkten Zugang zu einem Freiauslauf haben, der wie unter I.3. beschrieben, beschaffen sein sollte.

h. Die Räumlichkeiten, in denen die Hunde untergebracht sind, müssen des weiteren gut zu belüften sein.

i. In allen wie vorne beschriebenen Anlagen muss fließendes Wasser vorhanden sein.

2. Das Innere des Hundehauses etc. muss stets sauber, trocken und ungezieferfrei gehalten werden.

3. Die Umzäunung des Auslaufes muss so beschaffen sein, dass sich die Hunde daran nicht verletzen können und sie nicht von ihnen überwunden werden kann. In jedem Auslauf muss ein über dem Boden erhöhter Liegeplatz von einer der Anzahl der Hunde angemessenen Größe vorhanden sein. Den Hunden muss außerdem die Möglichkeit geboten werden, sich bei schlechtem Wetter auch außerhalb des Hundehauses etc. an einem trockenen, windgeschützten Ort aufzuhalten. Teile der Auslauffläche müssen besonnt sein und ein Teil muss mit einem Sonnen- bzw. Regenschutz versehen sein. In diesem Bereich sollte sich auch der Liegeplatz befinden. Ein Bereich der Auslauffläche sollte Naturboden aufweisen, für den anderen Teil sind Platten-, Klinkeroder Betonböden mit guter Oberflächenentwässerung möglich. Zu empfehlen ist als ideale Oberfläche eine dicke Schicht Mittel- und Feinkies.

4. Da ständiger Kontakt mit den Hunden und regelmäßige Kontrolle der Zwingeranlage, nicht nur während der Aufzucht eines Wurfes erforderlich ist, kann es nicht genehmigt werden, wenn entsprechende Anlagen weit vom Wohnhaus des Züchters entfernt sind und er den Zwinger nur 1 oder 2 x täglich aufsucht.

5. Jedem Hund muss täglich mind. 2 Stunden die Möglichkeit zu freiem Auslauf geboten werden. Das Bewegungsbedürfnis der Hunde kann während eines Spaziergangs oder in großen Freiausläufen befriedigt werden, wobei sich in letzterem Fall der Züchter zusätzlich mit seinen Hunden beschäftigen sollte. Die Freiausläufe dürfen nicht blickdicht von der Außenwelt abgeschottet sein.

6. Allen erwachsenen Hunden, sowie den Welpen, muss mindestens täglich 3 Stunden menschliche Gesellschaft, Kontakt, Ansprache und Zuwendung geboten werden, wobei hier rassespezifische Bedürfnisse beachtet werden müssen. Diese Zuwendung muss vom Züchter, oder mit ihm in enger Verbindung stehenden Bezugsperson ausgehen. Welpen ab der 6. Lebenswoche benötigen außerdem ausreichenden Kontakt mit zwingerfremden Personen. Körperliche Kontakte, auch in Form von Bürsten, sind unerlässlich und dürfen sich nicht auf flüchtiges Streicheln beschränken.

7. Die Forderung des § 2,2. TierSchG hat zur Folge, dass eine ständige Haltung von Hunden in kleinen Käfigen (auch Transportboxen) verboten sein muss, da hier dem Hund jede Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung genommen wird. Ein “Stapeln“ von Hunden in Boxen ist daher nicht statthaft.

II. Die Haltung von Zuchthunden und die Aufzucht von Welpen ausschließlich in offenen oder teilweise offenen Zwingern kann nur unter folgenden Bedingungen zugelassen werden:

1.     Jedem Hund muss mindestens _____ m2 Zwingerfläche zur Verfügung stehen (für einen Hund mittlerer Größe = 25 - 30 kg mindestens 6 m2).Für jeden weiteren im gleichen Zwinger gehaltenen Hund sind_____ m2 hinzuzurechnen (für o.a. Hund 3 m2).

Der zusätzliche Auslauf muss eine Grundfläche von mindestens _____ m2 haben und den Bedingungen des Punktes I.3. entsprechen.

2.   Innerhalb des Zwingers oder unmittelbar mit ihm verbunden, muss jedem Hund ein Schutzraum (Hundehütte) zur Verfügung stehen, der den folgenden Anforderungen genügen muss:

a.   Der Schutzraum muss allseitig aus wärmedämmendem (z.B. allseitig doppelwandig Holz mit einer Zwischenschicht Styropor), gesundheitsunschädlichem Material gefertigt sein. Das Material muss so verarbeitet sein, dass sich der Hund daran nicht verletzen kann. Der Schutzraum muss gegen Witterungseinflüsse Schutz bieten, insbesondere darf Feuchtigkeit nicht eindringen (siehe weiter I.1.f).

b.     Der Schutzraum muss so bemessen sein, dass der Hund sich darin verhaltensgerecht bewegen und den Raum durch seine Körperwärme warmhalten kann. Das Innere des Schutzraumes muss jederzeit sauber, trocken und ungezieferfrei gehalten werden. Als Einstreu empfiehlt sich Stroh, das in regelmäßigen Abständen erneuert werden muss.

c.      Die Öffnung des Schutzraumes muss der Größe des Hundes entsprechen; sie darf nur so groß sein, dass der Hund ungehindert hindurch gelangen kann. Die Öffnung muss der Wetterseite abgewandt, gegen Wind und Niederschlag abgeschirmt sein und es muss ein zusätzlicher Windfang in der Hütte eingebaut sein.

d.   Der Boden des Zwingers muss so beschaffen oder so angelegt sein, dass Flüssigkeit umweltunschädlich versickern oder abfließen kann. Er muss regelmäßig von Kot gereinigt werden.

e.   Dem Hund muss außerhalb seines Schutzraumes eine Liegefläche zur Verfügung stehen, auf die der Hund sich bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Außentemperaturen in den Schatten legen kann.

 

3. Die Umzäunung des Zwingers und der Auslauf sollten wie unter I.3. beschrieben, beschaffen sein.

4. Die Aufzucht von Welpen in solchen Anlagen kann nur gestattet werden, wenn für die Mutterhündin und deren Wurf für die ersten 6 Wochen ein Raum wie unter I.1.g. beschrieben zur Verfügung steht.

5.   5.  Auch bei dieser Haltungsform gelten die Punkte I.5. + 6. uneingeschränkt (Auslauf und menschliche Zuwendung) und müssen strikt eingehalten werden.

6.  Die ausschließliche Haltung in offenen Zwingern kann für alte Hunde und solche, die keine doppelte Behaarung haben oder kurzhaarig sind, nicht zugelassen werden.

III. Werden die Hunde nicht im gesamten Wohnbereich gehalten, sondern sind sie in speziellen Hunderäumen untergebracht (z.B. im Souterrain oder Keller), so müssen diese Räume folgenden Bedingungen entsprechen:

1. a. Die Wände und der Boden müssen mit einem wärmedämmenden leicht zu reinigenden Belag versehen sein.

b. Die Abtrennung von Einzelboxen muss so beschaffen sein, dass sich die Hunde daran nicht verletzen können und ihnen Sichtmöglichkeit nach vorne geboten wird. Im übrigen müssen die Abtrennungen so hoch sein, dass sie von den Hunden nicht überwunden werden können.

c. Jedem Hund müssen mindestens _____ m2 (Hund mittlerer Größe 25 - 30 kg braucht mindestens 6 m2) zur Verfügung stehen. Für jeden weiteren in der gleichen Bucht gehaltenen Hund werden _____ m2 (mindestens 3 m2) mehr gefordert.

d.Die Räume sollten beheizbar sein, wobei eine Temperatur von 18 - 20° C zu erreichen sein muss. Die Anbringung von Extra-Heizquellen in jeder Box ist eine andere mögliche Lösung.

e.  Jedem Hund muss eine wärmegedämmte Liegefläche zur Verfügung gestellt werden. ln großen Räumen, die nicht geheizt oder in denen keine Einzel-Wärmequellen angebracht werden können, rnuss für jeden Hund eine doppelwandige, wärmegedämmte, der Größe des Hundes entsprechende Schlafkiste mit Abstand zum Raumboden aufgestellt werden.

f.  Die Räumlichkeiten, in denen die Hunde untergebracht sind, müssen ausreichend von Tageslicht erhellt sein. Die Fläche der Öffnungen für das Tageslicht muss mindestens 1/8 der Bodenfläche betragen. Die Räume müssen desweiteren gut zu belüften sein.

2.  Für tragende, werfende oder/und säugende Hündinnen und deren Würfe ist in jedem Fall ein eigener Raum zu schaffen, der den Anforderungen des Punktes l.1.g. entsprechen muss. Ist kein direkter Zugang zu einem Freiauslauf vorhanden, so muss der Züchter der Hündin, die Möglichkeit zu ausreichendem freien Auslauf bieten.

 3. Sämtliche Räume, in denen Hunde untergebracht sind, müssen stets sauber, trocken und ungezieferfrei gehalten werden.

4.               Die Punkte I.5.- I.7. (Auslauf, tZuwendung, Haltung in Käfigen) gelten uneingeschränkt auch für die Haltung von Hunden im Haus.

Anmerkungen

Die Freiräume in nachfolgend angegebenen Punkten sind vom entsprechenden Rassehunde-Zuchtverein nach den Erfordernissen der jeweiligen Rasse auszufüllen:

C.I.1.c.

C.I.1.d.

C.I.1.g.

C.II.1.

C.III.1.c.

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Notizen